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8.1.14 Tacloban

Das Flughafengebaeude: Ein Haus ohne Dach. Gepaeck kommt statt auf Foerderbaendern auf Handwagen. Ein paar Jungs klettern hoch und werfen die Gepaeckstuecke zu den Wartenden. Am Ausgang Taxis: Privatautos oder Fahrraeder mit Anhaengern. Ein kleines Maedchen rennt auf mich zu. Ich kann nicht verstehen was sie sagen will aber wir folgen ihr zu einem kleinen Strassenstand. Instant Nudeln zum Mittag und warmes Wasser zum trinken. Wir geben Trinkgeld und die Dame, an deren Beine sich das kleine Meadchen klammert, hoert nicht auf sich zu bedanken. Wir suchen uns ein Taxi aus und sagen zum Fahrer: Zum Roten Kreuz bitte. Dort hoffen wir auf Unterkunft fuer die Nacht. Die 400 Peso die er verlangt sind zu viel, aber wir streiten nicht. Wir sind 15 Minuten unterwegs.
Ich habe noch nie so eine Stadt gesehen. Muell, Schlamm und Ueberreste von Haeusern stapeln sich am Strassenrand. Jedes Gebaeude ist betroffen. Manche sind wie von Erdboden verschluckt, andere haben kein Dach, keines hat Fenster. Viele Laeden sind geschlossen, mit Brettern vernagelt oder einfach nur leer. Aber es ist viel los. Jeder verkauft irgendetwas auf der Strasse. Auf provisorischen Staenden oder auf Matten auf dem Fussweg reien sich Fleisch, Fruechte, Reis, Handys, Kleidung, Moebel, Wasser, Nudeln, Schuhe...Ein endloser Flohmarkt. Vieles in einem Zustand der von uns warscheinlich nicht nur als unverkaufbar sondern als unbrauchbar eingestuft werden wuerde. Dazwischen ein Stapel Saerge.
Kinder rennen herum, winken uns zu, lachen, singen. Alle sind froehlich. Es ist ein eigenartig schoenes Bild. An einer Garagenwand die verbleichte Schrift: Wir brauchen Hilfe! Gebt und Essen und Wasser! Ein paar Teenager spielen Basketball davor. Das leben geht weiter in Tacloban.


9.1.14 Das Rote Kreuz

Das Hauptbuero des philippinischen Roten Kreuzes. Die Fenster ohne Glas, die Holztueren wellig, die markierung des Wasserstandes knapp unter der Decke. Es herscht rege Geschaefigkeit. Filippinos so weit das Auge reicht. Manche tragen Saecke oder Kisten, manche lesen Hefter, trinken Kaffee oder stellen sich zum Blutspenden an. Alle Gruessen uns freundlich. Wir fragen uns durch bis wir zur richtigen Person gelangen. Jay, eine zierliche Filippinodame. „Freiwillige? Sicher! Hey Leute, wir haben zwei Neue!“ Auf einem langen niedrigen Tisch sitzen ungefaer 10 Menschen und sortieren farbige Karten. „Hallo! Willkommen! Wie heisst ihr? Woher kommt ihr?Wie lange bleibt ihr? Du hast sooo schoene Augen! Wie eine Katze! Seid ihr Geschwister? Seid ihr Freunde? Seid ihr Verheiratet?“ Wir sehen uns an, lachen, fuehlen uns sofort wohl. Nachdem wir einen Zettel ausgefuelt haben werden wir in die Lagerhalle geschickt. 50 oder mehr Menschen sitzen und sortieren Nudeln, Dosen und Kaffeepackungen. Die gleichen Fragen. Die gleiche Freundlichkeit. „Schoen das ihr da seid! Von so weit her seid ihr gekommen! Danke!“ Wir stimmen in die arbeit ein. Die meisten hier haben den Sturm miterlebt. Sie wohnen jetzt in Zelten vor dem Hauphaus, arbeiten hier um ihren Mitmenschen zu helfen. Wir hoeren Geschichten aller Art. Jemand bringt Wasser und Cola. Ein anderer Kekse, Reis, Pommes und Fleisch. Wir arbeiten und reden bis es dunkel wird. Der Bueroraum wird in ein Schlafzimmer verwandelt. Matten und Moskitonetze werden ausgeteilt. Jemand laed uns ein mit zum Abendessen zu kommen, eins der einzigen Restaurants. Wir sind eine Gruppe von 10. Verschiedene Nationalitaeten. Australien, Madargaskar, Equador, einige von Tacloban und wir. Wir heben unsere Glaeser: „Willkommen in der Familie!“ Darauf trinken wir. Das Essen ist fantastisch. Wenn die Rechnug kommt, versucht jeder den gesammten Betrag zu bezahlen. Der junge Mann der am schnellsten war, nimmt kein Geld von irgendjemand an. Wir laufen nach Hause. Es ist stock dunkel, eine Geisterstadt. Ein paar Feuer brennen, hier und da hoert man Musik und das Brummen von Benzingeneratoren. Noch nie bin ich irgendwo so Willkommengeheissen worden. Was fuer ein wunderschoender erster Tag.
14.1.14 09:00
 


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