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   16.12.13 18:28
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22.1.14 Ab 6 Uhr morgens wir es geschaeftig im Buero des Roten Kruezes. Ich erwache wiederwillig von meinem unruhigem Schlaf. Alle paar Stunden muss ich aufwachen um eine neue Moskitokerze anzuzuenden, denn sobald sie abgebrannt ist werde ich von den Insekten atakiert. Poster an der Wand warnen vor Dengue Fieber. Wir rollen unsere Matten, Decken und Schlafsaecke zusammen, die uns als Bett dienen. Der Kampf um die wenigen Badezimmer beginnt. Ich stehe in der Schlange, bewaffnet mit Seife, Handtuch, Zahnbuerste, Trinkwasser und mehr oder weniger frischen Anziehsachen. Das Bad ist schlammig aber immerhin nicht ueberflutet. Das Waschbecken ist dreckig, der Wasserhahn funktioniert nicht. Ein riesiger Wasserkontainer und ein kleiner Schoepfeimer dienen als Dusche und Klospuelung. Die Tuer schliesst nicht richtig. Seit meiner Ankunft hier habe ich keinen Spiegel gesehen. Mein Ruecken schmerzt und ich habe Dauerschnupfen. „Guten Morgen, Ma'm Antonia!“ Ich habe mich an die Vormalitaeten gewoehnt. So viele Gesichter, so viele Namen. Menschen kommen und gehen. Ein Hallo, eine Geschichte, eine geteilte Mahlzeit und Aufwiedersehen. Jemand reicht mir eine Tasse Kaffe mit viel Zucker und Milchpulver. „Hast du schon gegessen?“ Der meist gehoerte Satz, gleich nach „Hallo“ und „wie geht’s?“. Reis mit Dosentunfisch, Reis mit Nudeln, Reis mit Reis. Kein Salz. Aber gewuetzt mit laechelnden Gesichtern schmeckt es wie im 5 Sterne Hotel. Ich schneide eine Plastikflasche auf und empfange meine Portion. Manchal gibt es Plastikgablen. Heute essen wir mit den Haenden. Nach dem Fruehstueck heisst es arbeiten. Der beste Job ist die Ausgabe der Hilfsgueter. Ein Fliessbandjob, doch jedes mal wenn ein Packet Nudeln, ein Sack Reis, ein Zelt oder ein Moskitonetz den Empfaenger erriecht, wird man mit einem umbezahlbaren „Danke, danke, salamat, Ma'm“ belohnt. Der Anfang eines jeden Tages ist schwer. Ich wuensche mir nichts mehr als eine Dusche, eine Klobrille, eine Waschmaschiene, Klopapier, ein Glas Milch und ein Bett. Jeden Abend gehe ich laechelnd schlafen. Auch wenn es nicht der angenehmste Aufenthalt ist, ich denke an die Menschen da draussen, die kein Dachen haben, keinen trockenen Schlafplatz und keine trockenen Sachen in diesem Dauerregen. Fliessend Wasser hunderte von Metern entfernt und keine Toilette. Wir leben im Luxus hier! Und gleichzeitig sind diese Menschen die freundlichsten und gluecklichsten die ich kenne. Ich freue mich nicht mehr auf Daheim. Wie soll ich heiß duschen und in meinem weichen Bett schlafen, wenn mir jeden Tag Menschen auf der Strasse zurufen: „Rotes Kreuz! Wann kommt ihr endlich zu uns?“ Ich werde die Freunde vermissen die ich hier gefunden habe. Wir in unseren erste Welt Laendern koennen uns gar nicht vorstellen wie verwoehnt wir wirklich sind. Dabei ist ein Laecheln und ein freundliches Wort so viel mehr wert als all die Dinge die wir taeglich kaufen um unser Leben besser und einfacher zu machen. Tindog, Tacloban! (Steh auf, Tacloban)
2.2.14 03:33
 


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